Wer meinen Blog oder meine Flyer regelmäßig liest, weiß, dass ich ein Fan erneuerbarer Energien bin. Die Verwaltungsvorlage zum Bauausschuss der Gemeinde Helgoland, die eine Idee aus dem Jahr 2008 aufgreift, begeistert mich allerdings wenig: Auf der Südwestmole des Südhafens sollen zwei große Windräder installiert werden. Mit einer Höhe von mehr als 100 m wären sie deutlich höher als der höchste Punkt der Insel.
Während berechtigte Bedenken der Bundeswehr bezüglich der Anflugwege zum Hubschrauberlandeplatz mit einem neuen Standort - nämlich der Südwestmole - berücksichtigt wurden, scheinen die Bedenken nicht nur der Denkmalschutzbehörde nicht weiter bedenkenswert. Das ist besonders bedauerlich, da durch die Denkmalschutzbehörde schon im Vorfeld eine Alternative benannt wurde: Die Errichtung von deutlich niedrigeren „Vertikal“-Anlagen. Ich weiß um das gespaltene Verhältnis der Verwaltungsspitze zur Denkmalschutzbehörde, aber so einfach lassen sich die Einwände nicht vom Tisch wischen.
Grundsätzlich sind Planungen unter dem schönen Titel „Wind gegen Öl“ begrüßenswert. Sie bieten eine Chance, die Wärmeversorgung Helgolands auf nachhaltige Füße zu stellen. Aber: Sind zwei große alles überragende Windräder wirklich neuester Stand der Technik oder setzt die Gemeinde Helgoland auf ein zwar bewährtes, aber für die Insel nicht optimales Verfahren?
Besonders bedauerlich finde ich, dass die Anfang 2009 geäußerten Bedenken der Naturschutzabteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLRU) aus naturschutzfachlicher und landschaftspflegerischer Sicht sowie des Referates Denkmalschutz der Staatskanzlei, zumindest der vorliegenden Schriftform nach, immer noch nicht ausgeräumt sind. Sie wären ein guter Anlass gewesen, nach Alternativen zu suchen. Auch die Zweifel bezüglich der Schallimmissionen und der entstehenden Schlagschatten sind noch nicht geklärt.
Vielleicht sollte jetzt doch noch einmal innegehalten und nach wirklich innovativer Technik Ausschau gehalten werden. Wie wäre es beispielsweise mit Geothermie, die Vorraussetzungen dafür sind hier ideal (siehe mein Blog vom 24. August 2010) und der Eingriff in die Natur und die Landschaft wären weit verträglicher. Vorstellbar ist auch eine Beteiligung der Gemeinde Helgoland am nordwestlich entstehenden Off-Shore-Windpark zur Deckung des Bedarfs.
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