Rückkehr der Helgolandfischerei mit EU-Mitteln? Die Hochseelage Helgolands lässt eigentlich ein hohes Ausmaß an Fischerei erwarten. Umso überraschender erschien es mir anfangs, dass es keinen einzigen Vollzeit-Fischer mehr auf Helgoland gibt. Lediglich einige wenige Einwohner betreiben nebenberuflich Fischerei.
Die europäische Union ist in den letzten Jahren zur wichtigsten Finanzierungsquelle für zukunftsgerichtete Projekte geworden. Zur Weiterentwicklung der Fischereistruktur werden von der EU finanzielle Mittel im Rahmen der Förderung durch den Europäischen Fischereifonds bereit gestellt. Begünstigte aus diesem Programm können sowohl Personen wie auch Institutionen sein. Mit einem geschickten Antrag könnte also auch ein Teil dieser EU-Mittel für Helgoland abfallen, um die Fischerei wieder ganz auf Helgoland anzusiedeln.
In einem ersten Anlauf müsste dazu ein Fischer gewonnen werden, der insbesondere in der Hauptsaison in Helgoland frische Fänge (Fische, Krabben) anlandet. Das ist als erstes einmal eine zusätzliche Touristenattraktion für die Insel. Vielleicht ließe sich diese Idee mit den hier vom Fischhandel lebenden Menschen und den Nebenerwerbsfischern gemeinsam umsetzen.
Zurzeit geht der hier gefangene Fisch fast ausschließlich an die Helgoländer Gastronomie. Aktuell ist der Taschenkrebs (Knieper) der einzige regelmäßige Fang. Der Taschenkrebs kann sich zurzeit ungehindert ausbreiten, da sein natürlicher Feind - der Dorsch - immer seltener vorkommt.
Sicher wird die Fischerei erst wieder attraktiv werden, wenn sich der Fischbestand wieder erholt. Die bemerkenswerten Ansätze des Alfred-Wegner-Instituts (AWI), den traditionellen Hummer vor Helgoland wieder zu verbreiten, werden dazu beitragen. Aktuell werden schon rund 300 Hummer jährlich in den Gewässern um Helgoland herum gefangen. Das ist zwar kein Vergleich mit den Fangquoten vor der Zerstörung Helgolands, diese Erfolge zeigen aber, dass die Hoffnung auf eine Verbesserung der Fischereiwirtschaft auf Helgoland nicht unbegründet ist.
Durch die EU-Mittel könnte jetzt der Grundstein dafür gelegt werden, dass auch die Fischerei auf Helgoland wieder ein - wenn vielleicht auch kleiner - Gewerbezweig wird.
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