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Die Frau für Helgoland - 3. Teil

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Mein 3. Flyer zeigt Ihnen meine Vorstellungen zum Tourismus auf Helgoland auf, die EinwohnerInnen von Helgoland haben ihn in diesen Tagen bereits in ihrem Postfach erhalten.
Bisher habe ich an dieser Stelle eine Verlinkung zu meinem Flyer eingestellt. Dieses Mal weiche ich davon ab, die Dateigröße zum Herunterladen durch eine Erweiterung der Spaltenanzahl und die eingesetzten Fotos würde wohl den einen oder die andere zur Verzweiflung treiben. ;-)

Helgoland (nicht nur) für Gäste

 

Liebe Helgoländerin, lieber Helgoländer!

Anknüpfend an meine beiden ersten Faltblätter kommen hier nun meine Vorschläge zur Verbesserung der touristischen Struktur, die nicht nur den Gästen Helgolands, sondern auch Ihnen, den EinwohnerInnen, zugute kommen soll. Helgoland ist schon lange eine gastfreundliche Insel, ich möchte mit Ihrer Hilfe dazu beitragen

  • dass sie noch gastfreundlicher wird
  • dass die touristischen Arbeitsplätze nicht nur in der Hauptsaison, sondern auch darüber hinaus auskömmlich sind
  • dass es sich vielleicht für die eine oder andere Saisonkraft sogar lohnt, hier „zu überwintern“, ohne auf Unterstützung von staatlicher Seite angewiesen zu sein

Dazu ist es notwendig, die derzeitigen und vergangenen Bemühungen genauer zu betrachten. Das ist in vielen Untersuchungen bereits geschehen - nun ist es höchste Zeit, die daraus zu ziehenden Erkenntnisse auch umzusetzen.

Helgoland ist einzigartig

Im Zeichen der Internetverkäufe, der Schnäppchenjäger und Billigstangebote lockt der zollfreie Einkauf von Spirituosen und Zigaretten immer weniger Gäste an. Angebote von hochwertigen Waren wie Schmuck, Kleidung, Optikgeräte und ähnliches müssen verstärkt ins Blickfeld der Werbung gerückt werden. Zusätzlich müssen Erlebnisangebote über das Shoppen hinaus beworben werden.

Sie, die Helgoländer EinzelhändlerInnen, sind hier gefordert intensiv mitzuhelfen. Auch wenn sich die einzelnen Unternehmen in Konkurrenz um die Kundinnen und Kunden gegenüberstehen, so ist gemeinsames Marketing für alle gewinnbringend. Meine Aufgabe als Bürgermeisterin sähe ich darin, solche Gemeinsamkeiten anzustoßen und ins Laufen zu bringen.

Tourismusmagnete schaffen

Die Biologische Anstalt will das Aquarium zum „Bluehouse“ ausbauen, der Museumsverein hat die Idee zur Errichtung des „Haus der Erinnerung“ mit einem daran angeschlossenen Café. Diese und andere Initiativen müssen unbedingt durch die Gemeinde unterstützt und beworben werden. Sie können neue Magnete für den Tages- und Übernachtungstourismus werden.

Höhere Gästezahlen erreichen wir durch Angebote, die die Menschen ansprechen, sie neugierig machen - so neugierig, dass sie Helgoland unbedingt näher kennenlernen wollen. Ein gelungenes Beispiel ist das Robbenwatching in den Wintermonaten - nirgendwo sonst in Europa ist ein solches Erlebnis so hautnah erlebbar.

Eine Erweiterung des Angebotes lockt nicht nur neue Gäste nach Helgoland, sondern schafft neue Arbeitsplätze und erhöht vielleicht auf die Dauer auch die EinwohnerInnenzahl der Gemeinde.

  • Spezielle Kulturwochen, Konzerte, Theater und Lesungen ergänzen das Angebot. Die wunderbaren Fotoausstellungen im Museum und im Rathaus sind ein guter Anfang.
  • Geführte Fotosafaris - Naturkundliche Führungen - Hochseeangeln - Segelkurse - Motorbootführerscheinkurse - Sturmerlebnisse - immer wieder wechselnde Angebote beleben auch die Nebensaison.
  • Die Einrichtung einer privaten Tauchstation in Zusammenarbeit mit der Biologischen Anstalt bringt die Chance von außergewöhnlich interessanten geführten Tauchgängen für die immer größer werdende Gruppe der HobbytaucherInnen.
  • Eine verbesserte Ausstattung der Marina lockt vermehrt HochseeseglerInnen an, Hochseesegelkurse ergänzen das Angebot. Segeln kann überall erlernt werden, Hochseesegeln nur auf Helgoland.

Diese und andere Attraktionen kann die Gemeinde nicht selbst erbringen, aber anstoßen und die Rahmenbedingungen für die Umsetzung schaffen.

Aus Tagestouristen werden Übernachtungsgäste

Wer es als Tagestouristin oder Tagestourist geschafft hat, die Düne mit ihren phantastischen Stränden und ihrer Kegelrobbenkolonie zu sehen, die oder der kommt bestimmt wieder! Schon im Vorfeld muss für alle Angebote geworben werden, die Eintrittskarten dafür könnten schon mit der Schiffspassage oder auf den Schiffen erworben werden. So haben auch die Tagesgäste die Chance solche Angebote wahrzunehmen. Eine „Helgoland-Card“ als Tages-, Wochen- oder Mehrwochenticket könnte alle diese Angebote mit einer einzigen Eintrittskarte abdecken.

Wo, wenn nicht auf Helgoland, lässt sich die deutsche Geschichte so authentisch erzählen wie hier? Geschichtliche Exkursionen in Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Museum, in Kursform, als Bildungsurlaub für historisch Interessierte bieten sich insbesondere für die Nebensaison an. Eine Erweiterung der schon stattfindenden Führungen - über und unter der Erde - mal wissenschaftlich, mal kindgerecht aufgearbeitet, sind für TagestouristInnen wie für Übernachtungsgäste interessant und öffnen den Blick für weitere Aufenthalte auf Helgoland.

Helgoland war kriegerische Seefestung, bot aber „geächteten“ Menschen vom Festland, wie Hofmann von Fallersleben immer wieder Unterschlupf. Die lebendige Erweiterung des Themenpfads „Geschichte“ wird mit dem Nachstellen von historischen Abläufen zu einem spannenden Urlaubserlebnis, an dem auch Sie sich, die EinwohnerInnen, sicherlich gerne beteiligen. Einen derartigen stadthistorischen Tourismusmagneten habe ich bei meinem letzten Urlaub in Irland genossen und spielerisch dabei eine Menge über die grüne Insel gelernt.

Die Nebensaison beleben

In der Hauptsaison sind die Übernachtungskapazitäten im Großen und Ganzen ausgeschöpft. Das Erlebnisangebot für die Gäste stagniert aber mit wenigen Ausnahmen seit Jahren. Mit neuen Angeboten müssen wir mehr Aufmerksamkeit auf Helgoland lenken und zeigen, dass Helgoland nicht nur im Sommer eine Reise wert ist.

Spezielle Angebote müssen passgenau geschneidert werden. Für die Ferienzeit um Ostern und im Herbst sind Familien mit schulpflichtigen Kindern die passenden AnsprechpartnerInnen und natürlich auch die erholungssuchenden Lehrerinnen und Lehrer. Kindgerechte Angebote entlasten die Eltern, damit sie Wellness-, Kultur oder Bildungsangebote wahrnehmen können. Außerhalb der Ferienzeiten erreichen wir Bildungs- und NatururlauberInnen mit Spezialangeboten.

Helgoland professionell bewerben

Aber Ideen haben allein reicht bekanntermaßen nicht. Sie müssen auch bekannt werden (auch z.B. am Flughafen in Bremerhaven, wo ich auf eigene Faust schon mehrfach im Privatgepäck Helgoland-Kataloge mitgenommen habe, weil sie vergriffen waren). Diese Anlaufstellen auf dem Weg zu unserer Insel müssen regelmäßig und aktuell mit den touristischen Angeboten von Helgoland bestückt werden – eigentlich eine Selbstverständlichkeit!

Ergänzend ist es notwendig, moderne professionelle Werbung über Internet und Print- und andere Medien zu betreiben. Radiowerbung beispielsweise ist gar nicht so teuer und erreicht viele Menschen. Als gutes Beispiel mag der Zoo Hannover dienen, der seit Wochen stündlich Radiowerbung ausstrahlen lässt und derweil auch schon alle Besucherrekorde gebrochen hat.

Das Web 2.0 bietet eine Fülle von Möglichkeiten der Werbung. Von der Kommunikation
über Twitter oder Facebook, den Foren und Blogs bis hin zu interaktiven Websites - es ist an der Zeit auch hier neue Wege zu gehen.

Helgoland aktuell

Was ist los auf Helgoland? Ein schneller Blick in den elektronischen Terminkalender muss neugierig machen—nach Sparten unterteilt, immer tagesaktuell und leicht zu bedienen. Ein „Print“´-Kalender als Alternative gibt einen Überblick über die Jahres-Highlights.

Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sich alle jeweils Beteiligen an einen Tisch setzen, gemeinsam planen und umsetzen, damit aus Ihrem Ideenreichtum Wirklichkeit wird.

 

Crashkurs Kommune

Felicitas Weck:
Linke Kommunalpolitik. Eine Einführung

96 Seiten; Mai 2009;
€ 7,50 VSA-Verlag
ISBN 978-3-89965-340-3

WATERKANT: Helgoland im Wandel

Titelblatt WATERKANTFelicitas Weck
"Helgoland im Wandel"
Waterkant 25. Jahrgang
I/2010



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