Nach einer dpa-Meldung vom 11.2.2010 plant die Landesregierung Schleswig-Holstein die vor Helgoland liegenden Giftgasgranten nicht zu bergen. Völlig zu Recht weist die Landesregierung darauf hin, dass bei einer Bergung ohne weitere Maßnahmen die Granaten platzen könnten. Ich halte eine schnellstmögliche Entschärfung und Entgiftung der nervengashaltigen Granaten vor Helgoland für sehr wichtig. Die Granaten dort in 45 bis 50 Metern Tiefe ungeschützt liegen zu lassen, birgt die Gefahr, dass sie beispielsweise von Tauchern in krimineller Absicht oder einfach aus Dummheit gehoben werden könnten.
Ein in der Entsorgung von Kampfstoffmunition gängiges Verfahren ist es, die Munition mit Flüssigstickstoff zu vereisen, sie damit für Bergung und Transport sicher zu machen und zur bundeseigenen Gesellschaft zur Vernichtung von Kampfstoffen in Munster (GEKA) zu transportieren. Dort können sie in einer extra für die Entsorgung von Kampfstoffen errichteten Anlage vernichtet werden. In Munster wird auch ein anderes Verfahren erfolgreich angewendet: Das in den Granaten enthaltene nervenschädigende Gas Tabun wird dabei in gesicherten Containern chemisch neutralisiert und in ungiftige Zerfallsprodukte überführt. Ein solches Verfahren ist auch in einer Wassertiefe von ca. 50 Metern machbar.
Ich schließe mich in meiner Einschätzung der umweltpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Landtag von Schleswig-Holstein an: „Die Landesregierung plant eine Null-Kosten- Regelung – DIE LINKE fordert stattdessen eine Null-Gefahren-Regelung. Gefahren kann man nicht durch aktives Nichtstun begegnen. Sie müssen fachmännisch beseitigt werden – und das kurzfristig.“ so Ranka Prante in einer Presseerklärung.
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