Bei meinem letzten Besuch ist mir in verschiedenen Gesprächen zum Anschluss Helgolands an das Energiefestnetz zu Ohren gekommen, dass das verlegte Seekabel so ausgelegt sei, dass es nur als „Einbahnstraße“ funktioniere, eine Einspeisung in dieses Netz beispielsweise aus Photovoltaikanlagen daher nicht möglich sei. Nun bin ich keine Expertin bezüglich dieser Thematik, konnte mir das so aber gar nicht vorstellen. Daher habe ich mich im Nachhinein schlau gemacht und folgendes erfahren: Nach dem Erneuerbaren Energie-Gesetz (EEG) müssen Energieversorger Stromeinspeisungen von regenerativer Energie (§ 5) zulassen und vergüten (§ 16).
Das heißt, rd. 40 Cent pro KWh gehen an die ErzeugerInnen des regenerativen Stroms und das sind schon die reduzierten Vergütungen nach dem geänderten EEG. § 5 des EEG sieht zudem vor: „..die Pflicht zum Netzanschluss besteht auch dann, wenn die Abnahme des Stroms erst durch die Optimierung, die Verstärkung oder den Ausbau des Netzes .. nötig wird.“ . Das heißt, technische Ausreden a là e.on ziehen nicht! Die von mir befragten Ingenieure halten Einspeisungen in den Niederspannungsbereich (220 V) für technisch völlig unproblematisch. Also Helgoland: Ran an die regenerativen Energien! Photovoltaik ist nur eine von vielen Möglichkeiten - ich weiß, der Denkmalschutz steht dem entgegen, aber das muss ja nicht so bleiben. Wie wäre es beispielsweise mit einem Gezeitenkraftwerk zur Erzeugung von Strom – etwa im Strömungsbereich zwischen Helgoland und Düne, da der Tidenhub allein im Bereich um die Insel für ein Gezeitenkraftwerk wohl nicht ausreichend ist. Ich bin mir sicher, dass die 20 Millionen Euro für das Seekabel in innovativer Technik deutlich besser angelegt gewesen wären. Das sollte aber Helgoland nicht daran hindern, statt auf konventionellen Strom auf regenerative Energien zu setzen. Noch ist es nicht zu spät!
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