Haben Sie es auch aus der Zeitung erfahren? Oder hat Sie ihr Bürgermeister darüber informiert, dass die große Landaufschüttung zur Verbindung von Helgoland und der Düne vom Tisch ist? Oder lesen Sie es womöglich hier das erste Mal?
Das wäre Ihnen mit mir als Bürgermeisterin nicht passiert. Ich stelle mir jetzt doch hier und da Fragezeichen in den Augen vor: „Ja, wie denn dann?“ Wäre ich Bürgermeisterin der Gemeinde Helgoland, dann wäre dieses Ihre Entscheidung gewesen.
Nun ist es die Entscheidung einer Planungsgruppe. Stellt sich mir die Frage, ob diese Gruppe überhaupt berechtigt ist, eine solche Entscheidung zu treffen. Hoffen wir also, dass die „Welt“ irrt und diese Entscheidung nur eine Empfehlung an den Gemeinderat ist, der darüber hoffentlich auch noch zu entscheiden hat. Vielleicht überlässt er ja doch noch die Entscheidung Ihnen, den EinwohnerInnen von Helgoland.
Zur Entscheidung selbst will ich mich auch gleich noch „outen“. Ich war nie ein Fan dieser großen Lösung. All zu groß erscheint mir sowohl das finanzielle wie auch das ökologische Risiko. Wäre ich aber Ihre Bürgermeisterin, hätte ich trotzdem - gemeinsam mit den PlanerInnen und der Verwaltung, mit BefürworterInnen und GegnerInnen - fair darüber informiert, welche Auswirkungen eine solche Lösung haben könnte, positiv wie negativ. Dann wäre Ihnen in einem Bürgerentscheid die Entscheidung übertragen worden. Das ist kein Problem, denn die Gemeindeordnung von Schleswig-Holstein sieht solche Möglichkeiten der direkten Demokratie vor.
Aber vielleicht hätte ich es von Anfang an anders angefangen. Diskutiert wurde diese große Landaufschüttung schon im Jahr 2008 - seit dem ist viel Wasser an Helgoland vorbeigeflossen. Wäre es nicht vielleicht richtig gewesen, sich von den EinwohnerInnen frühzeitig einen Auftrag für eine große oder eine eher kleine Lösung zu holen? Jetzt sind 2 Jahre der Planungen ins Land gegangen und es ist nix Konkretes passiert.
Aber im Nachhinein lässt sich ja trefflich darstellen, was besser geht. Eins verspreche ich Ihnen, sollten Sie mich zur Bürgermeisterin wählen: Entscheidungen, die alle angehen, sollen so weit es irgend möglich ist, auch von allen getroffen werden. Dafür stehe ich!
Nachtrag am 16. Juni: In der SHZ von heute ist zu lesen: "Ende August soll das Ergebnis der Lenkungsgruppe vorgestellt werden. Die Bürger Helgolands selbst sollen in einer Einwohnerversammlung im September das Wort haben. Interessant, dass Landrat Oliver Stolz anmerkt, die Empfehlung sei nur ein Zwischenergebnis. 'Es ist noch gar nichts entschieden", sagt er, und: "Da ist noch alles möglich.' "
Da kann ich ja nur zu sagen: Das finde ich gut, ich bin gespannt auf die EinwohnerInnenversammlung im September!
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