Gestern wurden auf der Insel Helgoland 6 Stolpersteine verlegt. Sie ehren die Mitglieder der Widerstandsgruppe von 1945, Georg E. Braun, Erich P.J. Friedrichs, Kurt A. Pester, Karl Fnouka und Martin O. Wachtel für ihren Versuch, Helgoland vor der Zerstörung zu retten. Diese wollten den deutschen Festungskommandanten zwingen, die Insel den damaligen Alliierten kampflos zu überlassen. Doch ihr Plan wurde verraten und sie wurden ermordet. Ein weiterer Stein wurde dem Friseur Heirich K. Prüß gewidmet, der immer offen aussprach, was er dachte und sich oft über das Nazi-Regime lustig machte. 1943 wurde er dafür verhaftet und nach qualvollen Monaten im Gefängnis ermordet. Recherchiert hat diese Schicksale Astrid Friederichs, die sich auf die Suche nach den Familien und Zeitzeugen machte, um die Geschichte dieser Menschen erzählen zu können.
Seit gestern kann ihr Buch „Wir wollen Helgoland retten“ im Museum Helgoland und bei der Tourist-Info Helgoland erworben werden (ISBN 978-3-00-030405-7). Am frühen Abend gab es einen Empfang im Rathaus, um diesem Gedenken einen würdigen Rahmen zu geben. Den musikalischen Rahmen setzte u.a. das Celloquartett der Bundeswehr. Dieses habe ich persönlich - insbesondere auch unter dem Eindruck der deutschen Beteiligung am Krieg in Afghanistan und den damit verbundenen zivilen Opfern dieses Krieges - als unpassend empfunden.
Heute findet ein Gottesdienst statt, der den Opfern des Großangriffs der Insel durch britische Bomber gedenkt. 128 Menschen wurden dabei getötet, die Insel fast vollständig zerstört und 95 % aller Häuser unbewohnbar gemacht. Es wird ein "wandelnder Gottesdienst" sein, der an den gestern verlegten Stolpersteinen vorbeiführt.
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